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Gespräch mit Kandidaten in Dettingen

Im Wohnbereich Schwalbenstadt der BruderhausDiakonie stellten sich Landtagskandidaten den Fragen von Menschen mit Behinderungen.

 

Diskussion in der Schwalbenstadt.

Politiker reden verständlich

Das rote Stoppschild mit dem Aufdruck „Halt! Leichte Sprache“ ist am Abend des 15. Februar kaum zum Einsatz gekommen. Die Landtagskandidaten haben sich aber auch sichtlich Mühe gegeben, möglichst verständlich zu reden. Auf dem Podium im historischen Speisesaal des Wohnbereichs Schwalbenstadt der BruderhausDiakonie in Dettingen/Erms stellten sich Andreas Glück (FDP), Klaus Käppeler (SPD) und Karl-Wilhelm Röhm (CDU) den Fragen von rund 70 Menschen mit Behinderung, die von den Einrichtungen der Behindertenhilfe Neckar-Alb betreut werden. Kerstin Lamparter (Grüne) hatte wegen Krankheit passen müssen.

Thema öffentlicher Nahverkehr

Auch wenn manche Besucher der Veranstaltung mehr an den Snacks interessiert schienen, die auf den Tischen standen, als an dem, was die Politiker sagten – die ursprünglich für die Diskussion angesetzte Stunde erwies sich dann doch als zu kurz. Vor allem der öffentliche Nahverkehr beschäftigte die Fragesteller. Warum es beispielsweise nicht möglich sei, die Bushaltestellen in der Nähe der Einrichtung oder wenigstens die Busse so auszurüsten, dass sie auch von Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern ohne Probleme selbstständig genutzt werden können. Oder ob es nicht möglich wäre, eine Bahnhaltestelle einzurichten, die zu Fuß von der Einrichtung aus erreichbar wäre.

Einigkeit auf dem Podium

Die Antworten der Kandidaten ähnelten sich: Neue Haltstellen würden so gebaut, dass sie auch mit Rollstühlen befahrbar seien, die neuen Busse seien für einen leichten Einstieg grundsätzlich absenkbar. „Die Absicht ist klar, der Wille da, aber es dauert noch“, fasste Klaus Käppeler kurz und knapp zusammen. Auch was die Bahnhaltestelle anbelangt, waren sich die Politiker auf dem Podium einig: „Wir sind alle dafür, dass die Regionalstadtbahn kommt“, betonte Andreas Glück. Wenn die Bahn dann komme, müssten allerdings die Städte und Gemeinden über die Haltestellen entscheiden, sagte Karl-Wilhelm Röhm.

Mehr Geld für die Pflege

Weitere Fragen, von Moderator Reiner Fritz zusammengefasst, beschäftigten sich mit der Flüchtlingsthematik und dem Personalnotstand in den Pflegeberufen. Andreas Glück empfahl, Flüchtlingen möglichst schnell Deutsch beizubringen und ihnen eine Ausbildung etwa als Heilerziehungspflegehelfer zu ermöglichen. „Damit wäre allen Seiten geholfen.“ Klaus Käppeler dagegen plädierte dafür, „mehr Geld ins System“ zu geben und die Pflegeberufe besser zu bezahlen. Dem schloss sich auch Karl-Wilhelm Röhm an, der darüber hinaus die Dokumentationspflicht etwas beschränken will: „Mehr Zeit für die Menschen wäre mir lieber.“

Foto Thomas Kiehl/SWP

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